Update (unten). Liebe Leser,
wir sind zurueck vom Trail. Christina, Alex, Dave und ich. Und wir leben noch. Es ging 47 km bergauf und bergab. Ach, und es war Christinas erste Mehrtageswanderung. Ziemlich tapfer! Nun eine ausfuehrliche Beschreibung:
Tag Nummer 1
Wir haben es entgegen der hiesigen Gewohnheiten geschafft sehr frueh aufzubrechen. Nach einem Porridge-aehnlichen Fruehstueck fuhr uns Debbie zum Trailhead nach Port Renfrew. Auf den ersten Metern fuehlten wir uns ziemlich gut. Eigentlich die erste Stunde lang. Das war noch die Zeit, in der wir einen Schnitt von 3 km/h liefen. Spaeter wurden es 2 km/h. Nun konnte man denken, dass unsere Kondition einfach so schlecht ist. Aber nein, es lag definitiv am Weg. Es ging ueber Wurzeln, durch Matsch, ueber Treppen (Stufen hin und wieder auch mal kniehoch), ueber Bruecken, usw. und so fort. Nach der ersten Stunde bekam Christina dann Kopfschmerzen, aber das hielt uns nicht davon ab bis zum Mittagessen um 14.45 Uhr (!) noch weitere 10 km zu laufen. Und, um ehrlich zu sein, dachte ich, dass ich sterbe. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt kaum Pausen gemacht und wohl auch zu wenig getrunken. (s. Christinas Kopf). Ja, und was soll ich sagen, dann ging es weiter ueber Wurzeln, durch Matsch, ueber Treppen (Stufen hin und wieder auch mal kniehoch), ueber Bruecken. Aber das habe ich ja schon gesagt. Die Landschaft war eigentlich bezaubernd. Leider hatten wir wenig Muse, dies zu geniessen. Der Weg laeuft naemlich mehr oder weniger parallel zum Pazifik. Mal entfernt er sich vom Meer, mal fuehrt er direkt am Strand entlang. Um 17 Uhr waren wir letztendlich an unserem Schlafplatz am Strand. Der Schlafplatz war eine ausgewiesene Campingstelle. Es gab also einen kleinen Fluss fuer Wasser, Bear Caches und ein kleines Holzpodest auf dem wir unser Zelt aufbauen konnten bzw. auf dem Dave seinen Schlafsack ausrollen konnte. Nach dem Frischmachen (auch Alex hat sich gewaschen!) haben wir Nudeln zu abend gegessen und die Aussicht aufs Meer genossen. Um 8.30 Uhr war dann Schlafenszeit. Und da stellte sich raus: das Meer ist zu laut! Wohl vergleichbar mit einer Baustelle. So schliefen wir nur sehr unruhig. Ach ja, und ein kleiner Nachtrag: am ersten Tag haben wir folgende Tiere gesehen: Adler, Baby Schwarzbaer, Eichhoernchen.
(Autorenwechsel Anke > Christina)
Tag Nummer 2:
Kopfschmerztablette sei Dank konnte auch ich den ersten Abend einigermassen geniessen, bevor nach einer wirklich unruhigen Nacht der zweite Tag anbrach. Erwaehnenswert ist wohl noch, dass das von Anke erwaehnte Eichhoernchen (das ich spontan Helga getauft habe) uns ueber den ganzen Weg begleiten sollte – es hat uns staendig ausgelacht (die Sau!). Moeglicherweise wimmelte es im Park aber auch einfach vor Squirrels.
Nun gut, nach einem schnellen Fruehstueck am nebligen Strand ging es zurueck auf den Trail. Auf unsrer Karte war diese Etappe mit “difficult” und “most difficult” ausgezeichnet (der Abschnitt am Tag zuvor war “moderate!!), wir machten uns also auf einiges gefasst! Zumal wir nach den 18 km gestern heute 20 schaffen wollten.
Es ging auch schnell gut los – den Berg hoch in Riesenschritten. Dann aber – zu unsrer Ueberraschung – einige Kilometer geradeaus. Unglaublich aber wahr! Bis zur Mittagspause ging es uns auch noch blendend. Wir picknickten ausgiebig an einem kleinen Creek, dehnten unsre schon arg beanspruchten Beine (man spuert ja ploetzlich Muskeln an Stellen, an denen man sie noch nie gespuert hat) und machten ein kleines Nickerchen in der Sonne. Dann ging’s weiter, und bis zur naechsten Pause dachten wir auch noch, der Tag wuerde leichter, als der zuvor. Pustekuchen. Dann zeigte sich der Weg ploetzlich von seiner besten Seite – ich sag nur: MATSCH. Aus den durchschnittlichen 2-3 km/h wurden gefuehlte 30 cm/h und dazu kam, dass wir 12 mal auf und ab mussten, um letztlich auf dem Strand zu landen, an dem wir unser Lager aufschlagen wollten. Die Wanderer, die uns unterwegs erzaehlt haben, was uns noch erwartet, konnten uns auch nicht wirklich ermutigen und so wurde das Motto des Tages: Durchhalten!!! Als dann der Strandzugang in Sicht kam, schoss ein letztes Mal ein wenig Energie in unsre erschoepften Beine, aber nach dem letzten Kilometer am Strand streikten die Beine. Anke und ich bewegten uns den Rest des Abends nur noch im Schneckentempo und begleitet von mitleiderregendem Gewimmere und Gestoehne fort.
Am Strand war es tierische windig und der Reis, den es zum Abendessen geben sollte wurde auch nicht warm und so war der Vorsatz vom Tag zuvor, ein bisschen spaeter schlafen zu gehen, relativ schnell verworfen. Wir lagen gegen 8 in den Schlafsaecken – selbstverstaendlich gewaschen und mit geputzten Zaehnen!
Alex suchte noch Kontakt zu einem Steinebauer am Strand, kam dann aber nach Sirenengesaengen von Anke und mir als Meerschweinchen ins Zelt gekrochen.
(Autorenwechsel Christina > Anke)
Und vom dritten Tag berichtet Alex. Aber jetzt muessen wir schlafen. Denn es ist schon spaet. Gute Nacht.
Update: …klingt ja fast, als seien es nur Qualen gewesen. Am zweiten Tag gab s wirklich schoene Sachen zu sehen, tolle sich staendig veraendernte Waelder, fuer die man bisher noch keine Augen hatte. Wenn dann die morgendliche Sonne durch die Aeste scheint, hach…
Der dritte Tag war dann eigentlich nur noch ein Spaziergang. Laecherliche acht Kilometer, die noch mal richtig schoen ueber weichen Waldboden gingen, mit einem weiteren Highlight: Anke verschreckt den Puma. Was ja auch richtig so ist :-) Wie wir also so gemuetlich den Weg entlang laufen, Anke vorneweg, macht sie ploetzlich einen kurzen Schrei und kommt uns entgegen. Hinter ihr auf dem Weg das wunderschoene Tier, das man nur sehr selten sieht. Schwupps war er auch schon ins Unterholz abgeduest und hat uns aus der ferne beobachtet. Tolles, aber auch unheimliches Erlebnis.
Danach gings dann nur noch zur kurzen Erfrischung ins Meer und zur wohlverdienten Abschlusssauerei: Fries, Wedges und Peanutbutterchocolate-Milkshakes.






